Manchmal muss man gar nicht weit reisen, um sich wie im Urlaub zu fühlen. Für mich ist die Elfringhauser Schweiz ein solches Kleinod, ein Ort, der mich jedes Mal aufs Neue überrascht, wie sehr er doch an die Alpen erinnert, ohne dass man dafür stundenlang im Auto sitzen muss. Wenn ich an einem freien Tag mal wieder das Gefühl habe, dem Alltag entfliehen zu müssen, ist das mein Go-to-Ziel, besonders wenn ich in Düsseldorf lebe. Die Vorstellung, dass eine Landschaft, die so viele Alpen-Assoziationen weckt, quasi vor der Haustür liegt, ist doch schon ein kleines Abenteuer für sich.
Ein Hauch von Alpen vor der Haustür
Was die Elfringhauser Schweiz für mich so besonders macht, ist diese überraschende Ähnlichkeit mit alpinen Regionen, obwohl wir hier doch nur von Erhebungen bis zu 300 Metern sprechen. Die sanften Hügel und die weiten, offenen Landschaften haben einfach diesen ganz eigenen Charme. Es ist faszinierend, wie die Natur es schafft, solche Eindrücke zu vermitteln, selbst in einem Mittelgebirge. Wenn ich dort wandere, fühle ich mich oft wie in einer Postkartenlandschaft, nur eben ohne die weite Anreise. Was viele vielleicht nicht auf dem Schirm haben, ist, wie gut sich diese Gegend für spontane Ausflüge eignet. Man muss nicht lange planen; ein freier Tag, und schon kann man losfahren.
Mehr als nur ein Spaziergang
Die Region, eingebettet zwischen Städten wie Hattingen und Wuppertal, bietet eine überraschende Vielfalt. Ich liebe es, wie sich die Landschaft ständig verändert: mal durch weite Wiesen mit friedlich grasenden Pferden, mal durch diese typischen, feuchten Kerbtäler, die man hier Siepen nennt. Diese Siepen sind für mich ein ganz besonderes Merkmal; sie verleihen der Landschaft eine zusätzliche Tiefe und Mystik. Wenn man dann noch auf Erhebungen wie den Winterberg (315 m) oder den Hordtberg (245 m) steigt, eröffnen sich Ausblicke, die einen wirklich innehalten lassen. Es ist diese Mischung aus Weite und Verstecktem, die das Wandern hier so reizvoll macht.
Wege, die Geschichten erzählen
Was ich an der Elfringhauser Schweiz besonders schätze, sind die gut ausgeschilderten Wanderwege. Es gibt verschiedene Rundtouren, die sich perfekt für einen Tagesausflug eignen. Eine meiner Favoriten führt durch das Felderbachtal und um den Immelberg. Diese Tour dauert etwa zwei bis drei Stunden und bietet eine wunderbare Gelegenheit, die Natur zu genießen. Was diese Strecke noch aufwertet, ist der Erlebnisbauernhof Bergerhof. Ich finde es großartig, dass man hier auf einen Hof stößt, der bereits seit 1482 existiert und heute ein lebendiger Ort ist. Der Streichelzoo mit Ziegen, Eseln und Ponys ist nicht nur für Kinder ein Highlight. Und die Möglichkeit, sich mit kleinen Speisen zu stärken oder im Sommer sogar selbst Erdbeeren zu pflücken – das macht den Ausflug komplett.
Eine andere Route, die ich gerne empfehle, verläuft zwischen den Tälern von Deilbach und Felderbach. Hier kommt man am Restaurant-Café Op dä Höh vorbei, ein perfekter Ort für eine wohlverdiente Pause. Und wer den südlichen Teil erkunden möchte, startet seine Tour an der Gaststätte Behmenburg. Von dort aus geht es durch die Herzkämper Mulde und über den Hackenberg (rund 260 Meter). Das Durchqueren des Naturschutzgebiets Deilbachtal ist jedes Mal ein besonderes Erlebnis.
Ein Wandererlebnis für Jedermann
Was die Beschaffenheit der Wege angeht, so sind sie laut Experten in einem guten Zustand. Auch die teils alpinen Anstiege sind gut zu bewältigen, was für mich ein wichtiger Punkt ist. Der Schwierigkeitsgrad wird generell als "mittel" eingestuft, und die Dauer der Touren liegt meist zwischen drei und vier Stunden. Das macht die Elfringhauser Schweiz zu einem idealen Ziel für alle, die gerne wandern, aber keine extremen Herausforderungen suchen. Es ist diese Balance zwischen Anstrengung und Genuss, die mich immer wieder hierherzieht. Wenn man sich die Mühe macht, diese Wege zu erkunden, wird man mit wunderschönen Ausblicken und einem Gefühl der Erholung belohnt. Es ist eine Erinnerung daran, dass wahre Entdeckungen oft näher liegen, als wir denken.